Stephanies
        Strickseiten

Die Strickmühle

Die gute, alte Strickliesl hat ausgedient - es lebe die Strickmühle

 

Mit der altbewährten Strickliesl war es schon ein mühsames Unterfangen, Masche für Masche um die vier Metallschlaufen zu legen, um einen Strickschlauch zu erhalten.
Die Strickmühle arbeitet nach einem völlig anderem Prinzip und im Handumdrehen hat man einen Strickschlauch in beträchtlicher Länge hergestellt, aus dem sich viele schöne und auch nützliche Dinge herstellen lassen.

 

Die Handhabung und Technik ist ganz einfach: Die Fadenführung und Nadeln mit Zungen, arbeiten selbständig, wenn man die Kurbel in Uhrzeigersinn dreht. Eine Nadel wird nach oben bewegt, der Wollfaden wird aufgenommen, die Zunge der Nadel schließt sich, wird durch die Drehung weitergeführt, strickt dann im Moment ab, indem sie wieder nach oben gedrückt wird zur neuen Fadenaufnahme.

 

Ganz wichtig für das gute Gelingen ist das Gewicht, denn ohne dieses Gewicht würde sich der Faden nur um den Hals der Strickmühle wickeln. Selbst für Kinderhände ist die Strickmühle geeignet, wenn Sie ein paar wichtige Punkte beachten:

 

Der Wollfaden muß immer ganz locker und ohne jegliche Spannung in den Fadenführer einlaufen. Bedienen Sie die Kurbel stets nur im Uhrzeigersinn, da sonst das Gestrick abgeworfen wird.

Das dazugehörende Gewicht muß immer den fertigen Schlauch aus der Mühle ziehen. Nach ca. 30 cm sollte es wieder nach oben gehängt werden, damit es den Schlauch gleichmäßig aus der Mühle zieht.

 

Niemals ohne das Gewicht stricken! Von Zeit zu Zeit muss man den fertiggestrickten Schlauch entwirren", weil durch die ständige Drehung des Strickhalses der Mühle der herauskommende Schlauch überdreht wird. Er kann, wenn Sie einige Meter stricken, nicht mehr von selbst ausdrehen, deshalb müssen Sie das übernehmen.

 

Aus diesen Strickschläuchen können Sie schöne Dinge zaubern und Ihre Wollreste sinnvoll verwerten. Es gibt verschiedene Methoden die Strickschläuche zu verbinden. Ob Sie nun nähen, sticken, stricken, häkeln, flechten, weben oder kleben, es gibt immer wieder neue Variationen.

 

Am besten verwenden Sie einen Cableé-Faden, der für eine Nadelstärke von 3 bis 3 ½ geeignet ist. Das Material kann ein Baumwollgemisch, reine Wolle, Effektgarn oder auch synthetisches Garn sein.

 

Das Stricken ist relativ einfach und die Vorgehensweise wie folgt:

 

Stellen Sie die Strickmühle so vor sich hin, dass die Kurbel rechts und der Fadenführer links ist (Linkshänder bitte umgekehrt!). Führen Sie den Faden zuerst durch die untere Fadenführeröse von außen nach innen, dann durch die obere Öse ebenfalls von außen nach innen. Lassen Sie den Faden durch die Mühle gleiten und hängen Sie unten in eine Schlaufe das Gewicht ein. Klappen Sie an allen vier Nadeln die Zungen nach unten und nehmen Sie dann die Mühle in die linke Hand. Mit den letzten Fingern müssen Sie zunächst den Faden festhalten, damit ihn das Gewicht nicht durch die Mühle zieht. Nun drehen Sie langsam die Kurbel solange im Uhrzeigersinn, bis die erste Nadel den Faden gefasst hat. Heben Sie dann den Faden hinter die zweite Nadel, d. h. diese Nadel muss beim ersten Durchgang übersprungen werden; beim immer noch langsamen Weiterdrehen fasst dann die dritte Nadel, dann die vierte und wieder die erste usw. den Faden. Ab hier können Sie schneller drehen und das Gewicht ziehen lassen.

 

Damit der Faden immer ganz leicht aus dem Wollknäuel läuft, lassen Sie ihn aus der Mitte kommen. Jetzt wird fleißig gedreht, damit Sie meterlange bunte Wollkordeln zusammenbekommen.

 

Ein kleiner Tipp: Wenn ein Wollknäuel verarbeitet ist oder wenn Sie mehrfarbige Schläuche stricken wollen, knoten Sie den Faden einfach an und schneiden die Enden sauber ab. Dadurch ersparen Sie sich hinterher das lästige Vernähen. Wenn der Knoten anschließend an den Fadenführer kommt, geben Sie acht, dass er nicht hängen bleibt. Sie drehen eben an dieser Stelle etwas langsamer. Es läuft ein fertig versäuberter Schlauch aus der Mühle.

 

Haben Sie genügend Kordel gestrickt, schneiden Sie den Faden vor dem Fadenführer ab und stricken weiter, bis das Fadenende durchgelaufen ist. Das Gestrick wirft sich dann von selbst ab. Die offenen Maschen werden anschließend von einer Häkelnadel aufgenommen und das Fadenende wird durchgezogen. Somit ist der Strickschlauch verschlossen und kann sich nicht mehr auftrennen.

 

Eine beliebte Verarbeitungsform dieser Strickschläuche ist die Schneckenform, denn daraus lassen sich sehr schön Dinge herstellen.

 

Und so wird die Schneckenform zusammengenäht:
Sie nähen nur auf einer Seite, somit sieht man rechts keinen Nahtstich. Die Kordel liegt locker im Kreis, dann nehmen Sie zwei Maschenglieder der Vorreihe und zwei Maschenglieder der darauffolgenden Reihe zusammen. Damit die Arbeit auch auf der Rückseite sauber aussieht, wird farbgleich zusammengenäht.

 

Bei einem bunten Schlauch wählt man zum Nähen den Faden der Farbe, die am häufigsten vertreten ist. Die fertiggearbeiteten Strickschlauch-Schnecken legen Sie in Form aneinander. An den Berührungspunkten werden sie dann auf der linken Seite verbunden.
Was Sie sonst noch alles mit der Strickmühle herstellen können, finden Sie in den Strickideen.