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Der richtige Schnitt

Erstellen eines Schnittes für einen Pullover

 

Wie oft passiert es, dass Sie einen hübschen Pulli oder Jacke in einem Strickheft sehen, aber die Größe passt nicht oder der Schnitt ist unvorteilhaft. Ich rate all denen, sich Ihren Schnitt selbst zu fertigen und den Pulli in abgewandelter Form nachzustricken. Meist macht ja den Reiz das Muster, die Farbgebung oder auch der Materialmix aus und nicht in erster Linie der Schnitt. Obwohl es durchaus Modelle gibt, wo einzig und allein der Schnitt ein echter Hingucker ist. Nur leider sind diese Schnittformen meist nur für Schlanke geeignet. Also was muss man tun, um zu seinen eigenen Schnitt zu erstellen.

 

Wenn Sie sich einen Pullover nach eigenen Vorstellungen stricken möchten, benötigen Sie einen genauen Schnitt, der auf Ihre Körpermaße abgestimmt ist. Um die Maßangaben auf Maschen übertragen zu können, müssen Sie nach Fertigstellung des Schnittes eine Maschenprobe anfertigen und die Maschenanzahl errechnen.

 

Folgende Maße benötigen Sie:
1) Halsweite
2) Rückenbreite
3) Oberweite
4) Bündchenweite
5) Gesamtlänge
6) Armlänge
7) Oberarmweite
8) Bündchenweite/Arm
9) Rückenlänge
10) Hüftweite

 

Zum Erstellen eines Schnittes benötigen Sie Schnittpapier, ein Maßband, einen Stift und eine Schere. Mit Hilfe eines Maßbandes messen Sie Ihre Körpermaße und tragen diese auf einem Blatt Papier ein. Beachten Sie, daß Sie Oberweite und Hüftweite an der stärksten Stelle messen. Die Bündchenweite wird dort gemessen, wo später das Bündchen sitzen soll.

 

Zunehmen nach dem Bündchen:


Maschendifferenz zwischen Oberweite + 8 cm und Bündchen gleichmäßig verteilt nach Beendigung des Bündchens zunehmen. Bei größerer Oberweite empfiehlt es sich, die Zunahmen gleichmäßig verteilt in die Seitennähte zu verlegen, also regelmäßig links und rechts l Masche zunehmen.

 

Locker sitzender runder Halsausschnitt:

Die Halsausschnittbreite beträgt bei klassischen Pullovern l/3 der Rückenbreite + 3 cm. Enger Halsausschnitt: 1A der Rückenbreite. Die hintere Ausschnittiefe beträgt 2 cm, die vordere 6-7 cm.

 

Wenn Sie einen engen Halsausschnitt möchten, müssen Sie einen Verschluß arbeiten, damit der Kopf hindurchpaßt. Bei Raglanpullovern müssen Sie für den Halsausschnitt 1A der Rückenbreite ohne Zugabe rechnen. Die Raglanschräge ist bei Damenpullis ca. 30 cm, bei Herrenstrick ca. 32 cm lang (gestrichelte Linie).

 

V-Ausschnitt:

Die Tiefe des V-Ausschnittes entspricht im allgemeinen der Armausschnittiefe. Er sollte aber mindestens 20—25 cm tief sein. Für die Maschenprobe schlagen Sie ca. 25—30 Maschen an und stricken 10 cm hoch. Dann legen Sie einen Zählrahmen auf und errechnen die benötigte Maschenanzahl.

 

Schulter:

Wenn Sie eine schräge Schulter arbeiten wollen, dann werden die Abnahmen für die Schräge auf drei Abnahmeblöcke verteilt. Beispiel: 25 Schultermaschen sind auf der Nadel, also werden 2x9 Maschen und 1x7 Maschen abgekettet. Man kettet also immer die kleinere Maschenzahl als letztes ab. Möchten Sie eine Armkugel arbeiten, so berechnen Sie für die klassische Armlochtiefe ca. 22 cm.

 

Ärmel:

Die Ärmelbündchen messen und 2 cm dazurechnen. Nach dem Bündchen gleichmäßig verteilt so viele Maschen zunehmen, daß die Ärmelweite mindestens 25 cm beträgt. Bis zur Oberarmweite (= gemessene Oberarmweite plus 8 cm) gleichmäßig verteilt an den Seiten entsprechend zunehmen. Für die Armkugel einen Papierschnitt anfertigen und während des Strickens das Strickstück immer auflegen und entsprechend für die Rundung auf beiden Seiten abnehmen. Die letzten Maschen einer Armkugel werden gerade abgekettet. Der fertige Schnitt kann nach Belieben abgeändert werden und Sie haben die Gewähr, dass er auf alle Fälle passt.