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Knopflöcher

Knopflöcher sind an Strickwaren ein wichtiger Bestandteil und geben der Jacke oder dem Pulli den letzten Schliff. Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Knopflöchern und Arbeitsmethoden und sollten daher dem jeweiligen Zweck angepasst werden. Unsauber gearbeitete Knopflöcher können nämlich schnell den Gesamteindruck des Strickstücks stören. Wie Sie garantiert Ihr passendes Knopfloch finden, erfahren Sie hier.

 

Zuerst müssen Sie vor dem Stricken festlegen, ob Sie sich für eine mitgestrickte Blende, die Sie bereits im Schnitt festlegen oder eine angestrickte Blende entscheiden. Weiter müssen Sie die Größe der Knöpfe und die Anzahl der Knopflöcher wissen. Die Knopflochgröße können Sie leicht ermitteln:

 

Legen Sie den Knopf auf die fertige Blende und dehnen Sie diese etwas und zählen die Maschen aus. Kalkulieren Sie aber das Knopfloch lieber ein bisschen kleiner, da sich das Gestrick mit der Zeit ausdehnt und die Knopflöcher weiter werden, so dass sich die Knöpfe wie von Geisterhand öffnen.

 

Waagerechte Knopflöcher sind sehr weit verbreitet, haben aber den Nachteil, dass sie meist zu weit werden. Die Maschen werden in der Hinreihe abgekettet und in der Rückreihe wieder neu angeschlagen.

 

In einer 1/1 Blende sollten Sie das Knopfloch über eine ungerade Maschenzahl arbeiten und jeweils mit einer rechten Masche beginnen und enden.

 

Haben Sie eine 2/2 Blende gestrickt, dann empfiehlt es sich das Knopfloch über eine gerade Maschenzahl zu arbeiten. Sie sollten nach folgender Einteilung vorgehen:

 

Ist Ihr Knopfloch 2 Maschen weit, so stricken Sie es über zwei rechte Maschen. Haben Sie jedoch eine Knopflochbreite über 4 Maschen errechnet, sollten Sie die Maschen über 1 M links, 2 M rechts und 1 M links arbeiten, denn auf diese Weise passt sich das Knopfloch perfekt dem Maschenverlauf an.

 

Sie können waagerechte Knopflöcher über eine oder zwei Reihen stricken. Beim Knopfloch über eine Reihe ketten Sie die benötigte Maschenzahl mit Hilfe einer Häkelnadel ab und heben die übriggebliebene Masche auf die linke Nadel. Schlagen Sie nun auf der rechten Nadel die Maschen sofort wieder an.

 

Wollen Sie das Knopfloch über zwei Reihen arbeiten, so ketten Sie an der gewünschten Stelle die entsprechende Maschenzahl ab und stricken normal weiter. In der Rückreihe schlagen Sie über den abgeketteten Maschen wieder genauso viele Maschen an und arbeiten wie gewohnt weiter.

 

Soll das Knopfloch fester werden, stricken Sie die Maschen nicht vor dem Abketten ab, sondern ziehen Sie nur über. Hierzu nehmen Sie 2 Maschen von der linken auf die rechte Nadel, heben die linken Maschen wie zum Linksstricken und die rechten Maschen wie zum Rechtsstricken ab. Heben Sie jetzt die 1. Masche über die 2. Masche. Dann heben Sie wieder 1 Masche auf die rechte Nadel, bis das Knopfloch 1 Masche weniger breit ist als erforderlich. Die letzte Masche heben Sie nun auf die linke Nadel wieder zurück. Schlagen Sie nun auf der rechten Nadel die Maschenzahl der abgeketteten Maschen wieder an und ziehen diese so fest wie möglich an. Stricken Sie die letzte Knopflochmasche mit der folgenden Masche rechts zusammen.

 

Es gibt aber auch die Möglichkeit, Knopflöcher mit einem Kontrastfaden zu stricken. Hierbei wird die Stelle des Knopfloches mit einem andersfarbigen Garn und einer zusätzlichen Reihe abgestrickt und die Maschen werden nachträglich abgehäkelt. Stricken Sie hierzu über die gewünschte Maschenzahl, z.b. 4 Maschen mit einem sich farblich hervorhebenden Garn. Heben Sie nun die Maschen wieder zurück auf die nadeln und stricken Sie jetzt die Maschen mit dem Originalgarn nochmals ab. Ziehen Sie den Kontrastfaden vorsichtig heraus. Nehmen Sie die unteren 4 Maschen und die oberen 5 Maschen und fassen beidseits halbe Maschen der benachbarten Masche dazu auf und heben die Maschen auf Hilfsnadeln. Nehmen Sie nun eine Häkelnadel zur Hand und häkeln zuerst die Maschen des unteren Teil in eine Richtung ohne Faden ab und dann die des oberen Teils. Ziehen Sie die letzte Masche des unteren durch die des oberen Teils. Ziehen Sie die Schlinge auf die Rückseite und vernähen den Faden.

 

Ein rundes  Knopfloch erhalten Sie in einer 1/1 Blende, in dem Sie es wie ein Lochmuster mit einem Umschlag stricken. Es hat den Vorteil, dass es in der Blende kaum auffällt, nachdem es zwischen den rechten Maschen liegt. Diese Art des Knopflochs ist sehr für Kinderpullis oder Poloblenden geeignet, weil es meist schon die richtige Größe hat. Bei einer 2 rechts, 2 links gestrickten Blende wird das Knopfloch über die linken Maschen gestrickt. Arbeiten Sie in einer Hinreihe über der 2. rechten und der 1. linke Masche einen Überzug, d.h. heben Sie die rechte Masche rechts ab, stricken Sie die linke Masche rechts ab und ziehen Sie die abgehobene Masche darüber. Maschen Sie zwei Umschläge und stricken Sie die folgenden 2 Maschen rechts zusammen. In der Rückreihe wird dann der 1. Umschlag rechts, der 2. Umschlag rechts verschränkt gestrickt.

 

Wollen Sie ein senkrechtes Knopfloch stricken, dann teilen Sie die Arbeit an der gewünschten Stelle und arbeiten zunächst nur über eine Seite weiter, bis die errechnete Knopflochlänge erreicht ist. Die andere Seite wird stillgelegt. Ist die erforderliche Höhe erreicht, dann stricken Sie die andere Seite bis zur gleichen Reihenzahl hoch. Stricken Sie wieder über alle Maschen und fügen so die Strickteile wieder zusammen.