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Fäustlinge

Fäustlinge stricken leicht gemacht

 

Neben der klassischen Methode, Handschuhe in Runden zu arbeiten, gibt es auch eine sehr einfache Technik für Fäustlinge, die in Reihen gestrickt werden. Der Vorteil hierbei ist, daß Sie nicht mit 4 Nadeln hantieren müssen, was viele Strickerinnen bevorzugen und daher für Strickanfängerinnen sehr gut geeignet ist. Der Daumenzwickel wird seitlich angestrickt, der ganze Handschuh zum Schluß zusammengenäht.

 

Um errechnen zu können, wie groß die Maschenzahl an der breitesten Stelle sein sollte, in welcher Höhe der Daumen ansetzt und nach wieviel Runden mit der Spitze begonnen werden kann, zeichnet man am besten wie auf dem Bild gezeigt, den Umriß der Hand auf Papier. Diese Kontur bildet dann die Unterlage für ein Berechnungsschema wie auf dem Bild gezeigt. Im Schema sind die wichtigsten Begrenzungslinien eingezeichnet: Linie a markiert den Abschluß des Bündchens, Linie b den Ansatz des Daumens und Linie c erklärt, daß in der Länge des kleinen Fingers mit dem Abnehmen für die Fäustlingspitze zu beginnen ist.
Wie bei jeder Strickarbeit sollte man auch bei Fäustlingen die kleine Mühe nicht scheuen und unbedingt eine Maschenprobe anfertigen.

 

Arbeiten Sie das Bündchen in doppelter Breite wie der gewünschte Handschuh. Danach stricken Sie rechts den Daumenkeil an. Hierfür nehmen Sie wie folgt zu: jeweils l M zu Beginn und am Ende der für den Daumen vorgesehenen M, und zwar in der 3.,5.,9.,11., 15.,17.und 21.R=1 4 M plus 2 Randmaschen.

 

Jetzt legen Sie die Daumenmaschen still und arbeiten Sie den Fäustling in R normal mustergemäß weiter. Wenn Sie die Höhe, die dem Anfang der Finger entspricht, erreicht haben, teilen Sie die Arbeit genau in der Mitte.
Schnell gestrickt: ein Handschuh, der in Reihen gearbeitet wird. Das Foto zeigt, wie der Handschuh zum Schluß zusammengenäht werden muß.

 

Stricken Sie zunächst die rechte Seite weiter. Für die Handschuhspitze müssen Sie beidseitig Abnahmen durchführen. Als Faustregel für mittelstarke Wolle (Nadeln Nr. 3-4) bei 36-38 Anschlagsmaschen gilt: zu Beginn jeder Reihe je 1 M abnehmen, bis nur noch ca. 5 M übrig sind bzw. bis die Handspitze erreicht ist. Diese Maschen alle gleichzeitig in einer Reihe abketten.

 

Die linke Seite gegengleich zur rechte Seite beenden. Sie sollten sich den Abnahmerhythmus für die Spitze auf einem Blatt Papier notieren. So verhindern Sie, daß die beiden Seiten ungleich werden und Sie können die gleichen Abnahmen durchführen.

 

Nehmen Sie die Daumen Maschen auf 2 Nadeln und legen Sie die beiden Handschuhseiten aufeinander. Jetzt werden die Seitennähte im Matratzenstich zusammengenäht. Bei der Technik Handschuhe in Reihen zu stricken ist es besonders wichtig, daß die Nahtverbindung sauber und unsichtbar durchgeführt wird.

 

Anschließend verteilen Sie die Daumen Maschen gleichmäßig auf 4 Nadeln. Nun muß nur noch der Daumen fertiggestellt werden. Hierfür zunächst über der Naht l Masche zunehmen und gleich wieder in der 2. oder 3. Rd abnehmen. Nun entweder in Rd bis zur Spitze hochstricken, alle M auf einen Faden nehmen und zusammenziehen oder nach ca. 12-14 Rd jeweils die beiden 1. M einer Nadel zusammenstricken, die letzten 4 M gleichzeitig zusammenziehen.

 

lustige Fäustlinge für Kinder 

 

 

 

 

 

Fäustlinge in Reihen gestrickt


Im ersten Teil haben wir uns mit dem Stricken von Fäustlingen mit einem seitlich ausgearbeiteten Daumenkeil beschäftigt. Heute stelle ich Ihnen eine andere Möglichkeit vor, bei der der Daumen mittig eingestrickt wird.
Auch diese Variante ist ganz einfach nachzuarbeiten und daher besonders für Strickerinnen geeignet, die noch nicht so mit dem Nadelspiel oder dem Stricken in Runden vertraut sind.

 

Der hier beschriebene Handschuh ist in glatt rechts gestrickt. Selbstverständlich können Sie das Grundmuster nach eigenem Geschmack auch leicht abwandeln und die Fäustlinge in Krausrippen, mit kleinem Einstrickmuster oder in Streifenoptik stricken. Nur müssen Sie beachten, dass das Mustermotiv durch 4 oder 5 teilbar sein muß, da die Maschenzahl nach Fertigstellung des Daumens um diese Maschen erweitert wird. Sie erreichen damit, daß der Musterrapport nahtlos fortgesetzt werden kann und gleichmäßig über den gesamten Handschuh läuft. Lustige Ideen für Kinder-Fäustlinge finden Sie in den Strickideen.

 

Schlagen Sie die gesamte M-Zahl, die für den Fäustling rundherum benötigt wird, an. Für Gr. 6-7 sind das bei mittelstarker Wolle ca. 50-60 M. Stricken Sie dann zunächst das Bündchen aus l re und l li M. Sie arbeiten mit 2 Stricknadeln und in Reihen. Nach dem Bündchen stricken Sie im Grundmuster weiter, in unserem Beispiel glatt re (HinR re M, RückR li M).
Gleichzeitig beginnen Sie mit dem Zwickel. Hierfür in der Mitte Ihrer Strickarbeit in der 1. R l M verschränkt aus dem Querdraht zunehmen (= 1. ZwickelM). Ab jetzt in jeder folgenden 2. R2 weitere M zunehmen, und zwar immer vor und nach den in der VorR zugenommenen M. Die nächste Zunahme nach der 1. ZwickelM erfolgt also in der 3. R jeweils li und re dieser ZwickelM. Auf diese Weise entsteht ein Keil.

 

Die Zunahmen so lange durchführen, bis genügend M für den Daumen auf der Stricknadel liegen (ca. 5-6 Zunahmereihen). Nun werden die seitlichen Maschen für die Handflächen auf je l große Sicherheitsnadel gelegt und bleiben zunächst unbearbeitet. Wer fest strickt, kann diese Maschen auch auf je l Nadel eines Nadelspiels ruhen lassen oder evtl. mit Maschenstoppern sichern.

 

Jetzt muß zuerst der Daumen fertiggestellt werden. Hierfür müssen Sie jeweils links und rechts des Daumenkeils 2 M dazu anschlagen.Die unten gezeigten Abbildungen zeigen das Zunahmenschema von Maschen zu Beginn der Reihe: durch die 1. M den Faden zur Schlinge holen, diese neue M verdreht auf die Nadel legen und wiederum durch diese M die nächste neue Maschen holen. In den unten gezeigten Abbildungen sehen Sie die Zunahmen am Ende der Reihe, indem die neuen Maschen verdreht „aufgewickelt" werden.

 

Nun stricken Sie den Daumen glatt rechts oder im Muster Ihrer Wahl, ganz gerade in Reihen hoch. Auf den unten gezeigten Bildern können Sie gut erkennen, wie Ihre Strickarbeit aussehen muß. Links und rechts des Daumenkeils sind jeweils 2 Maschen zugenommen worden. Arbeiten Sie den Daumen bis zum unteren Beginn des Daumennagels ohne Abnahmen.

 

Zur Fertigstellung des Daumens fehlt nur noch die Ausformung der Daumenspitze. Hierfür führen Sie Abnahmen wie folgt durch: in der 1. R immer 2 M re zusammenstricken. In der 3.Reihe abwechselnd 2 Maschen rechts zusammenstricken und 1 Masche normal rechts stricken. Die Abnahmen werden jeweils in den Hinreihen ausgeführt. Die letzten Maschen in der 4. oder 5. Reihe mit dem Arbeitsfaden zusammenziehen. Das Fadenende sollten Sie möglichst ca. 30 cm lang belassen.

 

Nahtverbindungen sind wie bei den meisten Strickarbeiten auch beim reihengestrickten Handschuh ein notwendiges Übel. Schlampig oder auch falsch ausgeführt, können sie nur allzu schnell ein noch so schön gestricktes Modell verderben. Sie sollten sich daher immer die Mühe machen, durch die richtige Wahl und fachgerechte Durchführung der Naht Ihre Strickarbeit professionell abzurunden. Der Matratzenstich eignet sich für beinahe alle Nähte und ist leicht nachzuarbeiten. Als Randmasche empfiehlt sich hier der Kettrand.

 

Drehen Sie nun Ihre Strickarbeit zur linken Seite (= Innenseite). Es liegen nun linke Maschen vor Ihnen. Fädeln Sie nun das Fadenende der Daumenspitze in eine Stopfnadel mit stump-
fer Spitze ein und schließen Sie die seitliche Daumennaht im Matratzenstich. Beachten Sie dabei, daß Sie die Stiche nicht zu fest anziehen, damit sich der Daumen nicht kräuselt.

 

Jetzt nehmen Sie die stillgelegten Maschen wieder auf eine Stricknadel. Damit sich die beiden Strickteile nahtlos aneinander, müssen entlang des Daumenkeils Verbindungsmaschen aufgenommen werden. Diese fassen Sie aus den zuvor 4 neu angeschlagenen Maschen für den Daumen (siehe 3. Schritt, I.Teil) auf. Es kommen also je 2 Maschen pro Handflächenseite hinzu.
Nun arbeiten Sie den Handschuh mustergemäß z.B. glatt re in Reihen gerade hoch. Die Abbildung zeigt den Fäustling von der Innenseite, der Daumen befindet sich hier also hinter der Strickarbeit auf der Außenseite. Stricken Sie bis zum Ende Ihres kleinen Fingers, denn nun beginnen die Abnahmen für die Handschuhspitze.

 

Eine flache, gleichmäßige Spitze bildet sich heraus wenn Sie die Abnahmen genau in die späteren Seitenkanten des Fäustlings legen. Hierfür gehen Sie wie folgt vor: pro Reihe 4 x l Masche abnehmen, und zwar immer nach den 1. beiden Maschen, vor und nach den mittleren 4 Maschen und vor den letzten beiden Maschen l Nadel 2 Maschen rechts zusammenstricken. Die Abnahmen in jeder 2. Reihe noch 2-3mal durchführen und die letzten Maschen mit dem Arbeitsfaden zusammenziehen.

 

Wenn Sie das Fadenende lang genug belassen, können Sie damit gleich die Seitennaht des Handschuhs schließen. Wie bei den meisten Nahtverbindungen sollten Sie auch hier eine stumpfe Stopfnadel verwenden und die beiden Handschuhkanten im Matratzenstich zusammennähen. Auch hier wieder darauf achten, daß sich die Naht nicht kräuselt. Zum Schluß noch alle übrigen Fäden vernähen.