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Ärmelformen

Je nach Schnittform, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, einen Arm zu stricken. Dabei spielt auch der Gesamteindruck des zu strickenden Kleidungsstückes eine Rolle. Zu einem eleganten Pulli paßt nicht unbedingt ein gerade eingesetzter Arm und zu einem eher sportlichen Musterpulli passen nicht unbedingt romantische Puffärmel. Man muß sich also vorher genau überlegen, ob die gewählte Ärmelform auch zu dem Pulli paßt. Die gebräuchlichsten und ihre Arbeitsweise werde ich Ihnen hier vorstellen.

 

GERADE EINGESETZTER ARM:

 

Diese Ärmelform ist besonders gut für Anfänger geeignet, da sie leicht nachzustricken ist und vorwiegend zu saloppen, sportlichen Modellen passend ist. Die einfachste Ausführung ist bei Vorder- u. Rückenteil ganz gerade, ohne daß irgendwelche Armausschnitte gestrickt, werden. Beim Ärmel nimmt man nur gleichmäßig an den Seiten für die Weite zu und kettet zum Schluß alle Maschen gleichzeitig ab. Jetzt wird der Ärmel gerade an den Pulli angesetzt (vorher Schulternähte schließen) und in einer Naht Ärmel- und Seitenteile des Pullis zusammengenäht. Diese Ärmelform eignet sich auch gut für Pullis mit streng grafischen Mustern oder Streifenpullis. Der eckige Schnitt unterstreicht den klaren geometrischen Charakter und ergänzt somit den legeren Stil.

 

EINGESETZTER GERADER ÄRMEL:

 

Ähnlich wie bei einem geraden eingesetzten ist dieser Ärmel gearbeitet. Der Unterschied besteht nur darin, daß der völlig gerade abgekettete Ärmel in einen eckig ausgeformten Armausschnitt eingesetzt wird. Für den Ausschnitt nimmt man in Vorder- und Rückenteil ab Ausschnitthöhe in einer Reihe gleichzeitig einige Maschen ab und strickt dann gerade hoch bis zur Schulter. Auch diese Variante ist leicht anzufertigen und ideal für aufwendige Musterpullis.

 

SCHRÄG ANGESETZTER ÄRMEL

 

Auch bei diesem Ärmelschnitt wird in Vorder- und Rückenteil kein Armausschnitt gestrickt. Der Ärmel wird wie bei 1. beschrieben gearbeitet, jedoch nimmt man beidseitig zur Mitte hin verteilt ab, so daß eine flache Spitze entsteht. Auf diese Weise sitzt der Ärmel leicht schräg an Rücken- und Vorderteil des Pullis. Der Vorteil hierbei ist, daß die innere Ärmellänge etwas kürzer ist und der Ärmel unter der Achsel nicht so viele Falten wirft.

 

ÄRMEL MIT ARMKUGEL

 

Dies ist eine sehr häufig anzutreffende Ärmelform. Normalerweise sollte der Armausschnitt des Vorderteils etwas größer sein als der des Rückens. Bei Pullovern werden jedoch die Armausschnitte meistens gleich tief gearbeitet. Wie viele Maschen man für den Armausschnitt abnehmen muß, kann man wie folgt berechnen: von der Maschenzahl des Rücken- bzw. Vorderteils die für die Schultern benötigte Maschenzahl abziehen und diese Zahl durch 2 teilen = Anzahl der Maschen, die man auf jeder Seite abnehmen muß. Dabei beginnt man am besten mit 3 oder 4 Maschen, dann in jeder 2. Reihe noch 1 x 2 Maschen und danach so lange jeweils 1 Masche abnehmen, bis man alle vorgesehenen Maschen verbraucht hat. Die Armkugel beginnt man mit denselben Abnahmen wie bei den Armausschnitten, danach nimmt man in jeder 2. Reihe jeweils 1 Masche ab.Zirka 2 bis 3 cm vor Erreichen der benötigten Höhe werden dann jedesmal 5 oder 6 Maschen abgenommen, bis schließlich nur noch 10 bis 15 Maschen übrig sind. Diese auf einmal abketten.

 

RAGLANÄRMEL

 

Dies ist eine beliebte Ärmelform bei sportlichen Pullovern aus dicker Wolle. Wie viele Maschen man für die Raglanschrägung abnehmen muß, wird wie folgt berechnet: von der Maschenzahl des Vorder- bzw. Rückenteils die für den Halsausschnitt benötigte Maschenzahl abziehen und diese Zahl durch 2 teilen = die Maschenzahl, die auf einer Seite abgenommen werden muß. Zu Beginn der Abnahmen zunächst 3 bis 4 Maschen auf einmal abketten, dann jeweils 1 Masche in gleichmäßigen Abständen abnehmen und diese Abnahmen nicht direkt am Rand, sondern erst nach den ersten 2 oder 3 Maschen bzw. vor den letzten 2 oder 3 Maschen durchführen. Bei den Ärmeln genauso vorgehen, d. h. dieselbe Maschenzahl in denselben Abständen abnehmen. Dabei sollten am Schluß so viele Maschen übrigbleiben, daß 3 bis 4 cm entsprechen. Diese können dann entweder gerade abgekettet werden oder nach und nach. Dann beginnt man damit am vorderen Rand, so daß die hintere Raglanspitze etwas höher wird als die, die dann an das Vorderteil genäht wird.

 

Die Armausschnitte für diese Ärmelform beginnt man zunächst wie die des klassischen Raglanärmels, d. h., man nimmt also zunächst auf einmal 3 oder 4 Maschen ab und danach in gleichmäßigen Abständen jeweils 1 Masche. Nach Erreichen der halben Ausschnitthöhe beendet man das Abnehmen und strickt geradeaus bis zur benötigten Höhe weiter. Normalerweise können auch die Schultern etwas abgeschrägt abgekettet werden. Bei den Armein werden dieselben Abnahmen wie bei den Armausschnitten gearbeitet, dann kettet man alle Maschen auf einmal ab. Diese Ärmelform eignet sich für sportliche Pullover; sie vereinigt sozusagen das Praktische des Raglanärmels mit der schönen Form einer Armkugel.

 

ÄRMEL MIT ANGESTRICKTEM SCHULTERSATTEL

 

Die Armausschnitte für diese Ärmelvariante werden wie beim Kugelarm gearbeitet, dabei vermindert sich allerdings die Höhe entsprechend der Breite des Schultersattels. Auch die Armkugel wird wie beim Kugelarm gestrickt, dabei werden allerdings die restlichen Maschen nicht abgekettet, sondern in der gewünschten Breite und entsprechend der Schulterlänge weitergearbeitet. Dieses eingefügte Schulterstück sollte man auch beim Halsausschnitt mitberücksichtigen, d.h., man muß diesen auch entsprechend höher ansetzen. Dies ist eine Ärmelform mit perfekt geformten Schultern und sie kann sehr dekorativ wirken (z. B. wenn man den Schultersattel im Zopfmuster strickt).