Stephanies
        Strickseiten

Zehensocken

Völlig von den Socken

 

Haben Sie schon von Zehensocken gehört? Ein findiger Stricker hat die aus Japan stammende Idee nach einiger Tüftelei unseren heimischen Bedürfnissen angepasst. Kommen Sie mit mir ins „Land der Zehensocken“.

 

In Hechingen, wo die Zehensocken beheimatet sind, kam der gelernte Techniker mit Fachrichtung Textil und Strickermeister Bernd Letzgus auf die Idee, nach einem japanischen Vorbild, Zehensocken herzustellen. Der 40-jährige hat schon seit vielen Jahren von der Zehensocken-Herstellung geträumt und bereits Anfang der 80er –Jahre einzelne Paare für den Eigenbedarf hergestellt. Diese originelle Sockenform ist besonders empfehlenswert bei Schweiß und Kälte geplagten Füßen. Der gesundheitliche Aspekt zur Vorbeugung von Fußerkrankungen, Fußpilz etc. ist auch nicht außer Acht zu lassen und ein medizinisches Gutachten ist zur Zeit in Arbeit. Außerdem sind die Socken aufgrund ihrer Materialzusammensetzung von 95% Baumwolle und 5% Elastan bis 60° in der Maschine waschbar und trocknerbeständig. Der schwäbische Familienbetrieb ist bundesweit der einzige Hersteller von Zehensocken.

Am 1. Oktober 1999 fiel dann der Startschuß für die Serien-Hobby-Produktion und der Traum wurde wahr. Mittlerweile hat seine Lebenspartnerin, Angelika Schaupp, PR-Texterin und Fremdsprachenkorrespondentin, nach reiflicher Überlegung den Entschluß zum hauptberuflichen Einstieg am 01.04.2001 gefaßt, nachdem die beiden von einer Lawine von Zehensockenbegeisterten überrollt wurden und Tag und Nacht gearbeitet haben, um die unzähligen Bestellungen zu bewältigen.

Gestrickt wird auf einer japanischen Handschuhmaschine von Shima Seiki, die liebevoll „alte Dame“ genannt wird. Diese Flachstrickmaschine dient zur Herstellung von Handschuhen, Socken, Gürteln und Schals. Das Stricksystem ermöglicht eine nahtfreie Herstellung von Zehensocken mit Ferse, welches einen ganz besonderen Vorteil dieser innovativen Fußbekleidung gegenüber herkömmlichen Socken darstellt. Die nach dieser Methode hergestellten Produkte sind länger haltbar, dehnfähiger und erreichen somit eine höchstmögliche Passgenauigkeit eines Schnittes für Füße bzw. Hände. Im Gegensatz zu herkömmlichen Socken-Strickmaschinen beginnt „Shima“ am großen Zeh und fertigt anschließend die vier nächsten Zehen.

Über die Ferse geht es hoch zum Schaft. Fertig ist der Rohling - allerdings benötigt man für diese Herstellungsform ein weitaus höheres Zeitpensum als bei herkömmliche Sockenstrickmaschinen. Ein paar Zehensocken benötigt ca. 20 Minuten in der Herstellung, d.h. 3 Paar können pro Stunde produziert werden. Kommt die Socke von der Maschine, dann ist sie noch lange nicht fertig. Der Rohling wird gewendet, gewaschen bzw. geschrumpft, getrocknet und wieder gewendet, um Farbabweichungen zu vermeiden. Jetzt kommen die zahlreichen, helfenden Hände der Verwandtschaft zum Einsatz. Der gute Geist ist unbestritten Oma Letzgus. Die rüstige Seniorin ist nämlich Deutschlands einzige ‚Sockenklopferin’, da Sie jede einzelne Zehe mit der Faust platt klopft, detailliert jedes nicht zugehörige oder verirrte Fädchen abschneidet und akribisch mit einem mm-Häkchen
einzieht. Dieses Klopfen der Zehen ist auch aus verpackungstechnischen Gründen notwendig, den sonst würden die Zehen etwas wild in der Tüte liegen. Es ist einzig und allein Oma Annas Verdienst, daß es seit Oktober 1999 nicht eine einzige Reklamation gab - wenn man davon absieht, dass ab und zu mal zwei rechte bzw. zwei linke Socken eingepackt waren, Dies war jedoch höchsten drei bis fünf Mal der Fall - bei Ihrem Einsatz, oft unterstützt von weiteren Senioren.

 

Außer den beiden Standardgrößen "klein" (35 bis 41) und "groß" (42 bis 48) sind auch Sonderanfertigungen bis Größe 60 möglich. Neuerdings wurde auch an die Kids gedacht und daher gilt die schwäbische Devise

 

ZEHENSOCKEN FÜR ALLE!

 

Zum Bestellen geht es hier in das Zehensockenland direkt: www.zehensocken.de

 

wer lieber selbst gerne die Zehensockenstricken von Hand stricken möchte, hier gibt es die

Anleitung zum Handstricken

 

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei Bernd Letzgus und Angelika Schaupp ganz herzlich für das Interview und die Überlassung des Bildmaterials bedanken.