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Spitzenmuster

Diese Muster sind Spitze

Die hohe Kunst des Strickens

 

Übrigens wussten Sie, daß die schönsten Strickspitzen von einem Mann erdacht worden sind? Es war Herbert Niebling, dessen Strickkunst bisher nicht übertroffen wurde. Das Geheimnis des Spitzenstrickens liegt im rhythmischen Wechsel verschiedener Maschen und Maschenverbindungen. Sogenannte „Hohlmaschen", die aus Umschlägen entstehen, ergeben den charakteristischen Spitzeneffekt.

 

Strickspitzen arbeitet man in der Regel nach einer Zeichnung. Verschiedene Zeichen, in ein Netz von Linien gestellt, erklären den Ablauf der Arbeit. Von einer übersichtlich aufgestellten Strickschrift ist nicht allein der Arbeitsablauf abzulesen, sondern es kommt gleichzeitig zum Ausdruck, wie die Maschengruppen neben- und übereinander stehen. Viele Zeichen dieser Bilderschrift, hervorgegangen aus der altbekannten und bewährten Beyer-Strickschrift, lassen auch erkennen, in welcher Richtung eine Maschenverbindung liegen soll. Ist eine Arbeit in Runden zu stricken, wird jede Runde von rechts nach links gelesen. In der Regel ist nur jede 2. Runde oder Reihe „gemustert" - die Zwischenrunden oder -reihen werden rechts bzw. links gestrickt, um die Umschläge des Musters zu fixieren. In der Regel stehen Zahlen am Reihen- oder Rundenanfang und geben an, ob die Strickschrift von rechts nach links oder von links nach rechts zu lesen ist. Leere Karos innerhalb einer Strickschrift haben keine Bedeutung, sie dienen lediglich der besseren Übersicht. Viereckige, vor allem quadratische, runde und teils auch ovale Modelle beginnen im Mittelpunkt. Um diesen gruppiert sich in regelmäßiger Anordnung das Muster. Die Strickschriften zeigen dann nur einen Mustersatz, der It. Anleitung entsprechend oft zu wiederholen ist.

 

Den Anschlag zum Rundstricken arbeitet man aus einer Anfangsschlinge, die auf einer kurzen Spielstricknadel liegt. Hierzu strickt man aus der Anfangsschlinge die 1. Masche heraus und hebt sie zurück auf die linke Nadel. Aus dieser wird die nächste Masche gestrickt, auf die linke Nadel gehoben usw. Wiederholen Sie den Vorgang sooft, bis Sie die erforderliche Maschenzahl auf der Nadel habe. Sie können aber auch schon beim Anschlag nur so viel Maschen auf eine Nadel aufstricken, wie in der Anleitung für einen Mustersatz vorgeschrieben sind. Schließen Sie nun beim Abstricken der 1. Rechtsmasche die Runde. Später dann den Fadenanfang durch die erste Masche der Runde führen und vernähen. Ist ein Spitzenmodell in Reihen zu stricken, wird wie für jede andere Strickarbeit angeschlagen. Das Fadenende, das über dem Daumen liegt, muß ausreichend lang hängenbleiben - man rechnet für Garn und dünne Wolle 1 cm pro Masche, 20 cm zum Vernähen des Fadenanfanges. Ist bei einer Arbeit vorgesehen, daß über dem Anschlag eine Spitze oder die 2. Hälfte einer Decke, eines Schals, einer Stola anzustricken ist, werden mit einer etwas dickeren Häkelnadel entsprechend viele Luftmaschen (= Lm.) mit einem Hilfsfaden (es soll nicht das Garn des Modelles sein) gehäkelt, und je 1 Maschendraht der Luftmasche wird dann auf eine Stricknadel gefasst.

 

Um Strickschriften übersichtlich zu halten, werden viele aufeinanderfolgende Rechts-Maschen nicht einzeln ins Liniennetz gezeichnet, sondern eine Zahl schreibt vor, wieviel M. hintereinander rechts zu stricken sind. Sind innerhalb eines Mustersatzes kleinere Maschengruppen des öfteren zu wiederholen, sind die betreffenden Karos mit einer dicken Linie umgrenzt, so daß sie sich vom Liniennetz deutlich abheben. Vor der Maschen-Gruppe steht, wie oft diese nebeneinder zu stricken ist.

 

Aufteilung der Maschen:
Es ist übersichtlicher, wenn die M. eines Mustersatzes nicht zum Teil auf der einen, zum Teil auf der folg. Nadel liegen. Es sollten immer abgeschlossene Mustersatze sein. Abb. 8 zeigt 4 Mustersätze auf 4 Spielstricknadeln. Ist z, B. ein Abschnitt 6mal in der Runde auszuführen, nimmt man zunächst je 2 Mustersätze auf 1 Nadel und str. Also mit 3 Nadeln Bei zunehmender M.-Zahl kommt auf jede Nadel 1 Mustersatz bis man schließlich ganz große Arbeiten auf einer Rundnadel fort- Dafür eine Häkelnadel ohne Griff verwenden. Den Faden zur Schlinge legen. 1 Schlinge durchholen. Diese Schlinge abmaschen, Schlinge durchholen und abmaschen, für jede Anschlag-M. wdh. Dann die Häkelnadel M, für M. nach links herausziehen und die freiliegenden Maschen auf die Stricknadeln (oder zunächst nur auf 1 Nadel) fassen und It. Anleitung - in der Regel 1 Rd. rechts - abstr. setzen muß (allerdings nur ab Stärke Nr. 2 erhältlich). Spezialgeschäfte führen neben 17 und 22 cm langen auch 33 cm lange Spielstricknadeln in den Stärken 11/2 bis 5. Eine Rundnadel muß mindestens 15 bis 20 cm kürzer sein, als der Umfang der Arbeit mißt, sonst muß das Gestrick zu sehr gedehnt werden, und das Maschenbild wird unregelmäßig, das Stricken ist mühsam bzw. es ist gar nicht möglich, zu stricken.Um das Herabgleiten der M. zu verhindern, die Nadelenden durch Korken sichern.

 

Neue Maschen bilden:
Beim Rundstricken ist die Bildung neuer M. nicht nur musterbedingt, sondern auch eine Notwendigkeit, denn bei zunehmendem Durchmesser muß auch der Umfang der Arbeit vergrößert werden. Am einfachsten wird die Anzahl der M, durch Umschlage vermehrt, die In der folg R oder Rd, - je nach Vorschrift -rechts oder links abzustr. sind.

 

Abschließen einer Arbeit
Nach der letzten Runde oder Reihe wird eine Spitzenarbeit sehr oft nich abgekettet, sondern die M. werden abgehäkelt, d. h. eine vorgeschriebene Maschenzahl ist in eine feste Masche zusammenzufassen. Die Maschen werden dabei wie zum Linksstricken auf die Häkelnadel genommen. Zwischen den festen Maschen sind Luftmaschen einzufügen, wieviel schreibt die Anleitung vor. In der Regel sind die Maschengruppen, die mit einer fester Masche zu erfassen sind, über der letzten Runde der Strickschrift durch eine Klammer begrenzt.

 

Strickspitze pflegen
Falls eine Spitzenstrickerei aus weißem oder pastellfarbenem Garn während des Strickens unansehnlich geworden ist, muß sie vor dem Spannen auch gewaschen werden. Man verwendet Feinwaschmittel in der vorgeschriebenen Lösung und drückt darin die Spitze sorgfältig aus. Reiben und wringen unterlassen. Arbeiten aus Baumwollgarn kann man kochen. Dafür wird aus durchlässigem Baumwollstoff ein ausreichend großer Beutel genäht. In diesen gibt man die Spitze und näht ihn wieder zu; auf diese Weise gesichert, kann man die Spitze sogar in der Maschine waschen. Nach sorgfältigem Spülen rollt man die Arbeit in ein trockenes Frottiertuch; dabei wird bereits ein großer Teil der Feuchtigkeit entzogen.

 

Das Spannen
Die Form, die die Spitzenarbeit nach dem Spannen haben soll, wird auf eine Spannunterlage, am besten auf Seidenpapier, mit Bleistift gezeichnet. Es wird nicht nur die Kontur, z. B. Kreis oder Quadrat markiert. Bei einer regelmäßigen Anordnung des Musters um den Mittelpunkt sind auch dafür Hilfslinien einzutragen. Die Hilfslinien erleichtern das Spannen. Die so vorbereitete Spannhilfe wird, mit der rechten Seite nach unten, auf eine glatte, vollkommen weiche, ebene Unterlage gebracht, z. B. auf einen dicken Bügelfilz oder den Teppichfußboden, den man zuvor mit einem sauberen Tuch abdeckt.

 

Zum Spannen müssen selbstverständlich nichtrostende Stecknadeln verwendet werden. Die Arbeit wird zunächst im Mittelpunkt festgesteckt. Bei kleinen Arbeiten können dann sofort die Luftmaschenbogen des Randes in regelmäßigen Abständen aufgesteckt werden. In der Bogentiefe der Abschlußspitze sind hier je 2 Lm.-Bogen mit 1 Stecknadel zu erfassen. Bei größeren Arbeiten beginnt man mit dem Spannen zwischen Mitte und Rand. Regelmäßige Abstände zum Mittelpunkt werden laufend mit dem Meterband kontrolliert Anschließend ist es halb so schwierig, auch den Außenrand in vollkommener Regelmäßigkeit „zu nadeln"-wobei ebenfalls jeder Lm.-Bogen aufzustecken ist.

 

Nun kann die Spitze mit Stärke eingesprüht werden (HOFFMANN'S Sprühstärke) - richten Sie sich in allen Punkten nach der aufgedruckten Gebrauchsanweisung). Nach völligem Trocknen werden die Stecknadeln entfernt. Erst jetzt zeigt sich Ihr „Spitzenwerk" in voller Schönheit.-