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Schlingentechnik

Raffinierte Technik durch fallengelassene Umschläge

 

Der Sommer steht vor der Tür und lockt mit herrlichen Garnen. Raffinierte Muster sorgen für viel frischer Luft auf der Haut. So lassen sich auch mit der Schlingentechnik effektvolle Muster aus Langmaschen erzielen. Die verschiedenen Möglichkeiten sind schier unerschöpflich und eignen sich hervorragend für alle kreativen Strickerinnen. Die Muster sind leicht zu stricken und daher auch für Anfängerinnen sehr gut geeignet.

Gut zur Geltung kommen diese Muster, wenn sie in unregelmäßigen Abständen über den ganzen Pulli oder nur an den Ärmeln gearbeitet werden.

 

Die Schlingentechnik wird auch Langmaschentechnik genannt und die langen Maschen entstehen durch aufgenommene Umschläge, die jeweils in der darauffolgenden Reihe wieder fallengelassen werden. Die Zwischenreihen sind durchgehend kraus gestickt, d.h. mit rechten Maschen in Hin- und Rückreihe. Eine originelle Mustertechnik ergibt sich auch, wenn Sie nach jeder abgestrickten Masche einen Umschlag mehr, und nach einem bestimmten Rhythmus wieder jeweils einen Umschlag weniger arbeiten. Die Langmaschen fallen dadurch unterschiedlich aus und bilden eine interessante Musterstruktur. Eine weitere Möglichkeit ist das Kreuzen der Langmaschen, so dass sich ein Flechtmustereffekt ergibt.

 

Und so stricken Sie Schlingenmuster

 

Bevor Sie mit der Langmaschenreihe beginnen, müssen Sie eine beliebig lange Strickfläche arbeiten. Am besten stricken Sie zunächst einige Zentimeter kraus. Nun beginnen Sie die Langmaschenreihe folgendermaßen:

 

1 Randmasche, 1 Masche rechts stricken, dann 1 Umschlag arbeiten (den Arbeitsfaden von vorne nach hinten über die rechte Nadel legen).

 

Die nächste Masche nach dem Umschlag ganz einfach rechts abstricken. Halten Sie dabei den Arbeitsfaden straff, damit Ihnen der Umschlag nicht von der Nadel gleitet. Stricken Sie nun die ganze Reihe im Rhythmus 1 Masche rechts, 1 Umschlag ab.

 

In der folgenden Reihe werden nun die linken Maschen rechts abgestrickt und die Umschläge fallengelassen. Damit die Fallmaschenreihe gleichmäßig wird, muss man jeweils nach dem Auflösen des Umschlags die Maschen mit der rechten Hand etwas in die Länge ziehen. Die linke Hand hält das Strickstück von unten fest. Nun die folgende Masche rechts stricken. Auch hier ist es wichtig, dass die Maschen mit den Händen etwas in Form gezogen werden. Auf diese Weise ergibt sich ein regelmäßiges Maschenbild.

 

Schlingenmuster können in verschiedenen Längen gearbeitet werden. Je mehr Umschläge Sie arbeiten, desto länger werden die Maschen. Das Muster ist genauso wirkungsvoll, wenn die Zwischenreihen glatt links gestrickt werden.

 

Wellenmuster:

 

Die Reihen zwischen der Langmaschenstruktur werden einfach kraus gestrickt.

 

Dadurch kommt der Mustereffekt besser zur Geltung. Wenn Sie ein Stück krause Fläche gestrickt haben, beginnt die erste Musterreiche. Anfangs eine Randmasche und eine Masche rechts arbeiten. Nun einen Umschlag auf die Nadel nehmen und die folgende Masche rechts abstricken. Achten Sie darauf, dass der Umschlag nicht von der Nadel rutscht. Aus einem Umschlag ergibt sich die kürzeste Langmasche des Musters. Jetzt einen Umschlag mehr auf die Nadel nehmen. Dazu den Faden zweimal von vorne nach hinten um die rechte Nadel legen. Zwei Umschläge ergeben eine längere Schlingmasche als nur ein Umschlag. Nun wieder eine Masche rechts sticken. Dann drei Umschläge auf die Nadel legen, eine Masche rechts, zwei Umschläge, eine Masche rechts, einen Umschlag, 4 Maschen rechts arbeiten. Die Maschenfolge, wie beschrieben, stets wiederholen. Beim Stricken der Rückreihe werden alle Umschläge fallengelassen. Die linken Maschen rechts abstricken. Ziehen Sie die langen Maschen schon während des Strickens in Form. Nach ein paar Reihen kann man die wellenartige Struktur des Musters erkennen.

 

Kreuzen von Langmaschen

 

Durch das Kreuzen dieser Langmaschen, die durch Umschläge entstehen, wird ein interessantes Flechtmuster erzielt.

 

Die klassische Musteroptik der gekreuzten Langmaschen wird zwischen kraus rechts gearbeitet. Stricken Sie zunächst alle 4 Reihen alle Maschen kraus rechts. die Maschenzahl für dieses Beispiel muß durch 6 teilbar sein. Nun bereiten Sie die späteren Langmaschen vor:

 

Stricken Sie abwechselnd 1 Masche rechts und legen Sie danach immer einen Umschlag auf die Nadel. Arbeiten Sie nicht zu fest, sondern versuchen Sie eher lockerer zu stricken, denn dadurch kommt der Flechtmustereffekt besser zur Geltung. Nach der Randmasche die folgenden 6 Maschen der Reihe nach auf die rechte Nadel heben. Die Umschläge, die jeweils vor den einzelnen Maschen liegen, lassen Sie vor dem Abheben fallen. Sie lösen sich auf und bewirken, daß sich die abgehobenen Maschen in die Länge ziehen. Diese Maschen sind jetzt Langmaschen. Nun stechen Sie mit der linken Nadel von vorne rechts nach vorne links in die ersten 3 abgehobenen Maschen ein. Ziehen Sie diese 3 Maschen nun über die zweite abgehobene Maschengruppe. Lassen Sie die abgehobenen Maschen nicht von der Nadel gleiten. Spannen Sie am Besten die Strickarbeit mit Hilfe beider Nadeln. Heben Sie nun auch noch die restlichen abgehobenen Maschen zu den bereits auf der linken Nadel befindlichen 3 Maschen dazu. Achten Sie dabei darauf, daß die Reihenfolge der Maschen erhalten bleibt. Es liegen also jetzt der Reihe nach von rechts nach links gesehen Masche 4, Masche 5, Masche 6 und Masche 1, Masche 2 und Masche 3 auf der linken Nadel. Diese Maschen stricken Sie nacheinander rechts ab. Mit den folgenden 6 Maschen verfahren Sie genauso, bis die Reihe zu Ende ist. Dann arbeiten Sie wieder einige Reihen kraus rechts und wiederholen Sie die beschriebenen Schritte.