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Fallmaschenmuster

Gefallene Maschen sind hier erwünscht

 

Gerade bei aktuellen Sommerpullovern ist die luftig leichte Struktur gefragt und wenn Ihnen die Ajourmuster zu aufwändig zu stricken sind, dann probieren Sie doch einfach Fallmaschen.
Diese Modelle sind sehr transparent und ideale Sommerbegleiter. Wem allerdings die Einblicke zu gewagt sind, der trägt darunter unifarbene oder in der Farbe kontrastierende T-Shirts oder wer es edel mag, Seidentops.
Elegant sehen sie in Glanzgarnen aus; übrigens eine ausgefallene Möglichkeit, festliche Strickkleidung zu fertigen.

 

Was normalerweise Ärger macht, ist bei den nachfolgenden Musterbeispielen dekoratives Hauptelement: Durch diesen beabsichtigten kleinen "Kunstfehler" entstehen nämlich raffinierte Durchbruchmuster, die zahlreich variiert werden können. Dadurch können die schönsten Lochstrukturen entstehen man erzielt zauberhafte Ajoureffekte, die an filigrane Flechtstrukturen erinnern. Das Besondere an diesen Fallmaschen sind die Querdrähte, die stehenbleiben, wenn sich eine Masche auflöst. Es bildet sich eine senkrechte Laufmasche, die hervorragend mit anderen Musterelementen - wie zum Beispiel Zöpfen und Noppen - kombiniert werden kann. Glatt rechts oder links gestrickte Flächen dazwischen sorgen dafür, daß das Muster nicht zu durchsichtig wird und verleihen ihm mehr Stabilität. Die Technik ist ganz einfach, denn eine Masche fallenlassen, das kann jeder. Verarbeiten Sie dünne Garne aus Baumwolle oder Seide, und Sie erhalten einen zarten, transparenten Pullover. Weniger geeignet sind langfaserige Garne wie Mohair oder Angora, denn die Maschen lösen sich schlecht auf und bleiben in denQuerfäden leicht hängen. Aber auch aus Schurwolle können Sie das Muster stricken; Voraussetzung dafür ist eine fest gedrehte Garnqualität, denn zu lange Fasern würden die interessante Lochstruktur verdecken.

 

Die Technik:
Ich zeige Ihnen die Technik an einem glatt rechts gearbeiteten Strickstück. Bevor Sie jedoch mit Ihrem Modell beginnen, müssen Sie festlegen, ob Sie die Fallmaschen übereinander oder versetzt anordnen wollen sowie die Abstände zwischen den Fallmaschen ausrechnen. Bei versetzter Anordnung müssen Sie eine ungerade Maschenzahl wählen. Alle Maschen die zwischen den Fallmaschen und Umschlägen liegen, werden mustergemäß gestrickt. Zur Übung sollten Sie erst einmal in Rechtsmaschengrund arbeiten. Stricken Sie also die ersten Maschen einer Hinreihe bis zur ersten Fallmaschenstelle. Dort 2 M re zusammenstricken und danach einen Umschlag legen (in diesem Beispiel alle 3 Maschen 2 M zus.stricken und den U legen).

 

Am Ende der Nadel die Arbeit wenden und die Rückreihe stricken. Hierfür alle Maschen, auch die Umschläge, links arbeiten. Achtung: nicht zu locker stricken. Durch die Umschläge der Vorreihe bleibt die ursprüngliche Maschenzahl erhalten. Kontrollieren Sie lieber nochmals nach, denn die Umschläge sind von großer Bedeutung für die späteren Fallmaschen. Jetzt läßt sich dies noch leicht korrigieren.

 

Je nachdem, wie länglich die Durchbruchoptik ausfallen soll, werden jetzt noch einige Reihe im Grundmuster darüber gestrickt. Sie müssen noch insgesamt 2 Musterreihen glatt rechts hoch arbeiten. Die Musteroptik erinnert zunächst an kleine Löcher bzw. Ösen , wie sie zum Durchknüpfen von Kordelverschlüssen erforderlich sind.

 

In der gewünschten Höhe stricken Sie nun immer bis zu der Masche, die über dem in der l. Reihe gelegten Umschlag liegt. Diese Masche nicht abstricken, sondern einfach fallenlassen. Wie eine Laufmasche löst sie sich bis zum Umschlag der entsprechenden darunter liegenden Reihe auf. Die Querfäden, die durch das Fallenlassen entstehen, ergeben den transparenten Ajoureffekt.

 

Wenn Sie jetzt die Maschenzahl überprüfen, werden Sie feststellen, daß Ihnen pro Fallmasche eine Masche fehlt, um die Gesamtmaschenzahl zu erhalten (in der l. R haben Sie 2 M zus.gestrickt und l U gelegt, die M-Zahl blieb gleich. Wenn Sie jetzt eine M auflösen, fehlt folglich eine M). Aus diesem Grund muß nach jeder Fallmasche in dieser Reihe wieder l U gelegt werden.

 

Bändchenmuster


Eine interessante Abwandlung zum Sprossenmuster zeigen wir auf der nebenstehenden Abbildung. Auch bei diesem Fallmaschenmuster werden alle Maschen bis zum Schluß mitgestrickt, und erst in der Abkettreihe löst man die gewünschten Fallmaschen auf. Neben diesen Laufmaschen stehen zarte Zopf streifen, die auf nach links verkreuzten Maschen basieren. Dabei unterscheiden sich zwei Zopfvarianten: ein schmaler Zopf streifen und ein breiter Doppelzopf. Dadurch erhält das Gestrick etwas mehr Festigkeit als bei den Leitersprossen. Modelle im Bändchenmuster können auch quer getragen werden.
Strickanleitung
Die Maschenzahl muß durch 12 plus 7 teilbar sein, hinzu kommen noch die beiden Randmaschen.
1. R: 7 M re, *1 U, 2 M re zus.str., 2 M re, l U, 2 M re zus.Str., 6 M re, ab * stets wiederholen.
2. R: alle M, auch die U li stricken.
3. R: alle M re stricken.
4. R: alle M li stricken.
5. R: * 3 M nach li kreuzen (= l M auf die Hilf sN vor die Arbeit
legen, 2 M re, dann die M der HilfsN re), l M re, ab * stets wiederholen. 6. R: alle M li stricken. Die 3.-6. R fortlaufend wdh. Hinweis: In der Abkettreihe vorgehen wie folgt: 7 M abketten, die folgende re M fallenlassen, die Lücke durch 2 LuftM überbrücken, 3 M abketten, die folgende re M fallenlassen, 2 LuftM, usw.

 

Fallmaschenblätter


Im Gegensatz zu den beiden anderen Fallmaschenmustern dieser Karte werden beim hier gezeigten Beispiel die Maschen, die den Lufmaschencharakter ergeben, schon während des Strickens aufgelöst. Neben Verkreuzungen finden auch noch verschränkte Maschen Anwendung, dennoch geht das Muster flott von der Hand. Zu beachten ist, daß in der Abkettreihe die fallengelassene Masche durch zwei feste Maschen überbrückt wird. So verhindern Sie, daß sich das Gestrick am oberen Arbeitsrand zusammenzieht. Sie können dieses Muster auch als Abschlußkante, ähnlich wie ein breites Halsbündchen, einsetzen. Spitzenblenden sehen nicht nur raffiniert aus, sondern kehren in den Modeströmungen immer wieder.

 

Die Maschenzahl muß durch 8 plus 5 M teilbar sein, hinzu kommen noch die beiden Randmaschen.
l.R: l M li,*2 M re zus.str., l U, 1 M re verschr., 1 M re,2 M re zus.Str., l U, l M re verschr., l M li, ab * stets wiederholen, enden mit 2 M re zus.Str., l U, l M re verschr., l M li.
2. und alle RückR: M stricken, wie sie erscheinen, die U re, die li M li verschr. stricken.
3., 5., 11. und 13. R: l M li, * l M re verschr., l M li, ab * stets wiederholen.
7. R: l M li, * 2 M nach li kreuzen (= l M auf die HilfsN vor die Arbeit legen, die 2. M fallenlassen, die 3. M re verschr., dann die M der HilfsN re verschr.), l M li, 2x (l M re verschr., l M li), ab * stets wiederholen, enden mit 2 M nach li kreuzen, dabei wieder die mittlere M fallenlassen, l M li.
9. R: l M li, * l M re verschr., 1U,3x (l M re verschr.,l M li), ab * stets wiederholen, enden mit l M re verschr., l U, l M re verschr., l M li. 15. R: l M li, * 2x (l M re verschr., l M li), 2 M nach li kreuzen (siehe 7. R, dabei auch hier die mittlere M fallenlassen), l M li, ab * stets wieder-holen, enden mit 2x (l M re verschr., l M li). 17. R: l M li, * 2x (l M re verschr., l Mli), l Mreverschr., l U, l M re verschr., l M li, ab * stets wiederholen, enden mit 2x (l M re verschr., l M li).
Die 3.-18. R fortlaufend wiederholen.

 

Leitersprossen


In diesem Musterbeispiel verbergen sich gleich zwei verschiedene Maschenarten: Fallmaschen, die für den Laufmascheneffekt zuständig sind, und verkreuzte Maschen, die schmale Zopfreihen bewirken. Interessant ist auch die Arbeitsweise: zunächst müssen alle Maschen bis zur Gesamthöhe des Modells mitgestrickt werden. Erst in der Abkettreihe, läßt man die Maschen, die sich auflösen sollen, fallen. Damit sich das Gestrick in' der Abkettreihe nicht zusammenzieht, überbrückt man die Lücken durch Luftmaschen.

 

Faustregel: pro Fallmasche 2 Luftmaschen.

 

Die Maschenzahl muß durch 4 plus 4 Maschen teilbar sein, dazu kommen noch die beiden Randmaschen.
1.R: 1 Mre, * l M li, l U, l M li, 2 M re, ab * stets wiederholen, enden mit l M li, l U, l M li, l M re.
2. und alle RückR: Die M stricken, wie sie erscheinen, die U re stricken.
3.R:l M re,*3 M li,2Mre,ab * stets wiederholen, enden mit 3 M li, l M re.
5. R: l M re, * 3 M li, 2 M nach re kreuzen (= l M auf die HilfsN hinter die Arbeit legen, l M re, dann die M der HilfsN re), ab * stets wiederholen, enden mit 3 M li, l M re. 7.R:l Mre,*3 M li,2 M re ,ab * stets wiederholen, enden mit 3 M li, l M re.
9.R: l M re,*3 M li,2 M nach li kreuzen (= l M auf die HilfsN vor die Arbeit legen, l M re, dann die M der HilfsN re), ab * stets wiederholen, enden mit 3 M li, l M re.
Die 3.-10. R fortlaufend wiederholen.

 

Hinweis: Das Muster kann auch quer getragen werden.