Pashima |
Pashima - wertvoller als Kaschmir

Pashminawolle und Naturseide zählen zu den hochwertigsten Materialien der
Textilbranche. Pashmina ist jedoch aufgrund der gering vorhanden Menge
wesentlich wertvoller als die allseite beliebte und sehr bekannte Kashmirwolle.
Aufgrund des rauhen, unbeständigen Klimas und der harten, langen Winter im
Himalayagebirge hat die Ziege im Lauf der Evolution ein einzigartig warmes und
dichtes Fell entwickelt. Dieses bietet optimale Voraussetzungen für höchste
Wollqualitäten.
Pashmina wird schon seit Jahrhunderten von den Bewohnern und Mönchen des
tibetanischen Himalayagebirges in Kleinstmengen für Textilien verwendet. In
sehr aufwändiger und filigraner Arbeit werden die feinen Pashminafasern
gewonnen. Pashmina ist ein weicher Flaum, der zwischen den Haaren der
Chyangra-Bergziege eingebettet ist. Die Chyangra-Bergziege lebt in ca. 3000 -
4000 Meter Höhe und entwickelt durch das kalte, windige Klima, sowie nährstoffreiche
Hochlandgräser und -kräuter, eine unvergleichlich fetthaltige, geschmeidige
und wärmende Wolle. Diese Bergziegenart besitzt in sehr geringen Mengen diese
hochwertigste Wolle. In sehr aufwändiger Art und Weise werden kleine Fasern
zwischen den Haaren des Chyangra meist im Frühjahr gezupft. Das Zupfen der
Fasern bedeutet hier nicht etwa Unangenehmes für die Ziege, sondern sie wird
somit von ihrem enorm wärmenden Kleid, ähnlich wie bei der Schafschur,
befreit. Hunderttausende einzelne Fasern werden dann aufwendig, in mühevoller
Handarbeit, richtungsgleich zu einem Vlies gekämmt.
Ebenfalls von Hand muß dieses Rohmaterial erst mit klarem Gebirgswasser
gewaschen und dann versponnen werden. Die teilweise nomadenhafte Bevölkerung
des Himalaya Gebirges lebt in kleinen familiären Dorfgemeinschaften hauptsächlich
von der Haltung der hiesigen Schafe, Ziegen und Yaks. All diese Tiere bieten
beste Wollqualitäten für das schwierige Überleben in diesem harten,
unwegsamen Gebiet unserer Erde. Auf den engen Pfaden des Himalayagebirges ist
auch heute noch der Esel das beste Transportmittel. Über unwegsames Gelände,
wo kein Jeep oder gar Transporter seinen Weg finden würde, wird die so
gewonnene Wolle mit Eselskarawanen zu kleinen Handelsplätzen und schließlich
nach Kathmandu transportiert.In Kathmandu, der Hauptstadt des Königreiches
Nepal, kann jetzt die Wolle mit hochwertigen Farben, aber nur wenigen
Hilfsmitteln und körperlich anstrengender Arbeit eingefärbt werden. Danach
wird die Wolle auf einfachen Holzwebstühlen in Handarbeit zu einem Schal
gewebt.
Als Kettfaden, der Längsfaden des Webstuhls, und somit optimale Basis für ein
hochwertiges, langlebiges Gewebe, wird Naturseide verwendet. Seide ist die dünnste
und längste Naturfaser der Welt. Eine einzige Seidenfaser kann bis zu 4000
Meter lang sein. Zu einem Faden verzwirnte Seidenfasern haben die positive
Eigenschaft außerordentlicher Reißfestigkeit. Der dünne, strapazierfähige,
elegant glänzende Seidenfaden ist somit als
Kette die optimale Voraussetzung für
einen hochwertigen Pashminaschal. Nach dem Weben wird der fertige Schal erneut
in klarem Wasser gewaschen, um überschüssige Farbanteile herauszulösen und
ein Abfärben des Schals zu verhindern. Als letzter Schritt wird jeder Schal auf
einen von unten beleuchtetem Glastisch von erfahrenen Webmeistern auf Qualität
und Optik geprüft.
Bis vor einigen Jahren war Pashmina fast gänzlich unbekannt und abgesehen von
wenigen Ausnahmen nur einem kleinen Kreis von Mönchen und Bewohnern des
Himalaya vergönnt. Als es jedoch in Nepal Mitte der 90er Jahre zu einer
Rezession in der Teppichindustrie kam, mußten sich viele arbeitslose Knüpfer
und Weber neu orientieren. Das Weben von Pashminaschals und der schnelle
Durchbruch auf den Modemärkten von New York bis London war für viele Bewohner
Nepals die Rettung, denn in einem kleinen, weit entfernten Land wie Nepal ist
der Einbruch in einem Produktionszweig wie der Teppichherstellung gleichzusetzen
mit einer wirtschaftlichen Katastrophe.
Deshalb probieren Sie den Pashminaschal aus! Wer jemals einen besaß wird diesen
nie mehr missen wollen.