Leinen |
Leinen – Ein
Stoff mit Tradition
Edles aus Flachs
Der
Anbau und die Verarbeitung von Flachs/Leinen (linum usitatissimum) blickt schon
auf eine lange Kultur zurück. Schon 5000 bis 4000 v. Chr. wurde Flachs
systematisch von Ägyptern, Babyloniern, Phöniziern und anderen Kulturvölkern
angebaut. Die ägyptischen Mumien aus den Pyramiden sind in Leinen eingehüllt,
denn Baumwolle war in Ägypten lange Zeit unbekannt. Besonderer Beliebtheit
erfreute sich Leinen im Mittelalter. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war
Leinen neben Wolle der verbreitetste Textilrohstoff und wurde anschließend
durch die preisgünstigere Baumwolle verdrängt. Der heutige mengenmäßige
Anteil des Leinens beträgt etwa 3 % am Gesamttextilverbrauch. Es hat bis heute
sein hohes Ansehen als Naturprodukt bewahrt. Alleine die lateinische Bezeichnung
weist auf die Eigenschaften der Pflanzenfaser hin: "linum usitatissimum"
heißt soviel wie "der für den Gebrauch geeignetste".
Die Leinenfasern werden aus dem
Stengel der Flachspflanze gewonnen. Diese wird als Frucht- oder Faserpflanze
angebaut. Die Hauptanbaugebiete für Leinen/Flachs sind die Gebiete der
ehemaligen UdSSR, Irland und auch die BRD.Zur Fasergewinnung werden
langstielige, hellblau bis weiß blühende Sorten mit einer Wuchshöhe von etwa
80 bis 120 cm verwendet, während kürzere Sorten der Leinölgewinnung dienen.
Der Flachs ist eine einjährige Pflanze und muß jedes Jahr neu gesät werden.
Er gedeiht sehr gut im gemäßigten Klima. Gebiete mit Seeklima liefern die
besten Flachssorten. Die Aussaat erfolgt von März bis April. Das Wachstum ist
nach etwa 90 bis 120 Tagen beendet. Im oberen Teil der Pflanze bilden sich Verästelungen,
an denen sich die Blüten entwickeln. An der reifen Pflanze haben sich aus den
Blüten die etwa erbsengroßen Samenkapseln gebildet, die etwa 2 mm lange, sehr
ölhaltige Samen (Leinsamen) enthalten. Die Ernte erfolgt im Juli oder August..
Querschnitt
durch einen Flachsstengel:
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Der Querschnitt eines
Flachsstengels zeigt die verschiedenen Schichten, die entfernt werden müssen,
um die Faserbündel für die Verarbeitung freizulegen. Die Faserbündel
reichen bis in die Wurzeln der Pflanze. Sie bestehen aus 25 bis 40 mm
langen Einzel- oder Elementarfasern, die durch Pflanzenleim (Pflanzenbast)
miteinander verklebt sind. Zellulose (ca. 70 %) und Pflanzenleim (ca. 30
%) geben Leinen im wesentlichen die typischen Eigenschaften. |
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Aufbau der Leinenfaser:
Leinenfasern sind ähnlich aufgebaut wie Baumwollfasern, sie bestehen vorwiegend aus Zellulosemolekülketten. Durch den Pflanzenleim, der die Elementarfasern zusammenhält, ist Leinen steifer. Leinenfasern sind im Vergleich zur Baumwolle in der Oberfläche glatter.
Eigenschaften von Leinen:
Leinengarn ist durch den
unterschiedlich dicken Faden nicht leicht zu verarbeiten. Dafür wirkt es, glatt
rechts verstrickt, schon so interessant, daß man auf komplizierte Muster
verzichten kann. Leinengarn sieht am schönsten aus, wenn man es locker und
luftig zu lässigen Pullovern,
Hemden und Tüchern verarbeitet. Das nicht ganz
billige Sommergarn gibt es in vielen Natur-und Pastellfarben.