Fäustlinge 2. Teil |
Fäustlinge in Reihen gestrickt
Im
ersten Teil haben wir uns mit dem Stricken von Fäustlingen mit einem seitlich
ausgearbeiteten Daumenkeil beschäftigt. Heute stelle ich Ihnen eine andere Möglichkeit
vor, bei der der Daumen mittig eingestrickt wird.
Auch diese Variante ist ganz einfach nachzuarbeiten und daher besonders für
Strickerinnen geeignet, die noch nicht so mit dem Nadelspiel oder dem Stricken
in Runden vertraut sind.
Der hier beschriebene Handschuh ist in glatt rechts gestrickt. Selbstverständlich
können Sie das Grundmuster nach eigenem Geschmack auch leicht abwandeln und die
Fäustlinge in Krausrippen, mit kleinem Einstrickmuster oder in Streifenoptik
stricken. Nur müssen Sie beachten, dass das Mustermotiv durch 4 oder 5 teilbar
sein muß, da die Maschenzahl nach Fertigstellung des Daumens um diese Maschen
erweitert wird. Sie erreichen damit, daß der Musterrapport nahtlos fortgesetzt
werden kann und gleichmäßig über den gesamten Handschuh läuft. Lustige Ideen
für Kinder-Fäustlinge finden Sie in den Strickideen.
Schlagen Sie die gesamte M-Zahl, die für den Fäustling rundherum benötigt
wird, an. Für Gr. 6-7 sind das bei mittelstarker Wolle ca. 50-60 M. Stricken
Sie dann zunächst das Bündchen aus l re und l li M. Sie arbeiten mit 2
Stricknadeln und in Reihen. Nach dem Bündchen stricken Sie im Grundmuster
weiter, in unserem Beispiel glatt re (HinR re M, RückR li M).
Gleichzeitig beginnen Sie mit dem Zwickel. Hierfür in der Mitte Ihrer
Strickarbeit in der 1. R l M verschränkt aus dem Querdraht zunehmen (= 1.
ZwickelM). Ab jetzt in jeder folgenden 2. R2 weitere M zunehmen, und zwar immer
vor und nach den in der VorR zugenommenen M. Die nächste Zunahme nach der 1.
ZwickelM erfolgt also in der 3. R jeweils li und re dieser ZwickelM. Auf diese
Weise entsteht ein Keil.
Die Zunahmen so lange durchführen, bis genügend M für den Daumen auf der
Stricknadel liegen (ca. 5-6 Zunahmereihen). Nun werden die seitlichen Maschen für
die Handflächen auf je l große Sicherheitsnadel gelegt und bleiben zunächst
unbearbeitet. Wer fest strickt, kann diese Maschen auch auf je l Nadel eines
Nadelspiels ruhen lassen oder evtl. mit Maschenstoppern sichern.
Jetzt muß zuerst der Daumen fertiggestellt werden. Hierfür müssen Sie jeweils
links und rechts des Daumenkeils 2 M dazu anschlagen.Die unten gezeigten
Abbildungen zeigen das Zunahmenschema von Maschen zu Beginn der Reihe: durch die
1. M den Faden zur Schlinge holen, diese neue M verdreht auf die Nadel legen und
wiederum durch diese M die nächste neue Maschen holen. In den unten gezeigten
Abbildungen sehen Sie die Zunahmen am Ende der Reihe, indem die neuen Maschen
verdreht „aufgewickelt" werden.
Nun stricken Sie den Daumen glatt rechts oder im Muster Ihrer Wahl, ganz gerade
in Reihen hoch. Auf den unten gezeigten Bildern können Sie gut erkennen, wie
Ihre Strickarbeit aussehen muß. Links und rechts des Daumenkeils sind jeweils 2
Maschen zugenommen worden. Arbeiten Sie den Daumen bis zum unteren Beginn des
Daumennagels ohne Abnahmen.
Zur Fertigstellung des Daumens fehlt nur noch die Ausformung der Daumenspitze.
Hierfür führen Sie Abnahmen wie folgt durch: in der 1. R immer 2 M re
zusammenstricken. In der 3.Reihe abwechselnd 2 Maschen rechts zusammenstricken
und 1 Masche normal rechts stricken. Die Abnahmen werden jeweils in den
Hinreihen ausgeführt. Die letzten Maschen in der 4. oder 5. Reihe mit dem
Arbeitsfaden zusammenziehen. Das Fadenende sollten Sie möglichst ca. 30 cm lang
belassen.

Nahtverbindungen sind wie bei den meisten Strickarbeiten auch beim
reihengestrickten Handschuh ein notwendiges Übel. Schlampig oder auch falsch
ausgeführt, können sie nur allzu schnell ein noch so schön gestricktes Modell
verderben. Sie sollten sich daher immer die Mühe machen, durch die richtige
Wahl und fachgerechte Durchführung der Naht Ihre Strickarbeit professionell
abzurunden. Der Matratzenstich eignet sich für beinahe alle Nähte und ist
leicht nachzuarbeiten. Als Randmasche empfiehlt sich hier der Kettrand.
Drehen Sie nun Ihre Strickarbeit zur linken Seite (= Innenseite). Es liegen nun
linke Maschen vor Ihnen. Fädeln Sie nun das Fadenende der Daumenspitze in eine
Stopfnadel mit stump-
fer Spitze ein und schließen Sie die seitliche Daumennaht im Matratzenstich.
Beachten Sie dabei, daß Sie die Stiche nicht zu fest anziehen, damit sich der
Daumen nicht kräuselt.
Jetzt nehmen Sie die stillgelegten Maschen wieder auf eine Stricknadel. Damit
sich die beiden Strickteile nahtlos aneinander, müssen entlang des Daumenkeils
Verbindungsmaschen aufgenommen werden. Diese fassen Sie aus den zuvor 4 neu
angeschlagenen Maschen für den Daumen (siehe 3. Schritt, I.Teil) auf. Es kommen
also je 2 Maschen pro Handflächenseite hinzu.
Nun arbeiten Sie den Handschuh mustergemäß z.B. glatt re in Reihen gerade
hoch. Die Abbildung zeigt den Fäustling von der Innenseite, der Daumen befindet
sich hier also hinter der Strickarbeit auf der Außenseite. Stricken Sie bis zum
Ende Ihres kleinen Fingers, denn nun beginnen die Abnahmen für die
Handschuhspitze.
Eine flache, gleichmäßige Spitze bildet sich heraus wenn Sie die Abnahmen
genau in die späteren Seitenkanten des Fäustlings legen. Hierfür gehen Sie
wie folgt vor: pro Reihe 4 x l Masche abnehmen, und zwar immer nach den 1.
beiden Maschen, vor und nach den mittleren 4 Maschen und vor den letzten beiden
Maschen l Nadel 2 Maschen rechts zusammenstricken. Die Abnahmen in jeder 2.
Reihe noch 2-3mal durchführen und die letzten Maschen mit dem Arbeitsfaden
zusammenziehen.
Wenn Sie das Fadenende lang genug belassen, können Sie damit gleich die
Seitennaht des Handschuhs schließen. Wie bei den meisten Nahtverbindungen
sollten Sie auch hier eine stumpfe Stopfnadel verwenden und die beiden
Handschuhkanten im Matratzenstich zusammennähen. Auch hier wieder darauf
achten, daß sich die Naht nicht kräuselt. Zum Schluß noch alle übrigen
Fäden vernähen.