Die Strickmühle |
Die gute, alte Strickliesl hat ausgedient - es lebe die
Strickmühle

Mit der altbewährten Strickliesl war es schon ein mühsames Unterfangen, Masche
für Masche um die vier Metallschlaufen zu legen, um einen Strickschlauch zu
erhalten.
Die Strickmühle arbeitet nach einem völlig anderem Prinzip und im Handumdrehen
hat man einen Strickschlauch in beträchtlicher Länge hergestellt, aus dem sich
viele schöne und auch nützliche Dinge herstellen lassen.
Die Handhabung und Technik ist ganz einfach: Die Fadenführung und Nadeln mit
Zungen, arbeiten selbständig, wenn man die Kurbel in Uhrzeigersinn dreht. Eine
Nadel wird nach oben bewegt, der Wollfaden wird aufgenommen, die Zunge der Nadel
schließt sich, wird durch die Drehung weitergeführt, strickt dann im Moment
ab, indem sie wieder nach oben gedrückt wird zur neuen Fadenaufnahme.
Ganz wichtig für das gute Gelingen ist das Gewicht, denn ohne dieses Gewicht würde
sich der Faden nur um den Hals der Strickmühle wickeln. Selbst für Kinderhände
ist die Strickmühle geeignet, wenn Sie ein paar wichtige Punkte beachten:
Der Wollfaden muß immer ganz locker und ohne jegliche Spannung in den Fadenführer
einlaufen. Bedienen Sie die Kurbel stets nur im Uhrzeigersinn, da sonst das
Gestrick abgeworfen wird.
Das dazugehörende Gewicht muß immer den fertigen Schlauch aus der Mühle
ziehen. Nach ca. 30 cm sollte es wieder nach oben gehängt werden, damit es den
Schlauch gleichmäßig aus der Mühle zieht.
Niemals ohne das Gewicht stricken! Von Zeit zu Zeit muss man den
fertiggestrickten Schlauch entwirren", weil durch die ständige Drehung des
Strickhalses der Mühle der herauskommende Schlauch überdreht wird. Er kann,
wenn Sie einige Meter stricken, nicht mehr von selbst ausdrehen, deshalb müssen
Sie das übernehmen.
Aus diesen Strickschläuchen
können Sie schöne Dinge zaubern und Ihre Wollreste sinnvoll verwerten. Es gibt
verschiedene Methoden die Strickschläuche zu verbinden. Ob Sie nun nähen,
sticken, stricken, häkeln, flechten, weben oder kleben, es gibt immer wieder
neue Variationen.
Am besten verwenden Sie einen Cableé-Faden, der für eine Nadelstärke von 3
bis 3 ½ geeignet ist. Das Material kann ein Baumwollgemisch, reine Wolle,
Effektgarn oder auch synthetisches Garn sein.
Das Stricken ist relativ einfach und die Vorgehensweise wie folgt:
Stellen Sie die Strickmühle so vor sich hin, dass die Kurbel rechts und der
Fadenführer links ist (Linkshänder bitte umgekehrt!). Führen Sie den Faden
zuerst durch die untere Fadenführeröse von außen nach innen, dann durch die
obere Öse ebenfalls von außen nach innen. Lassen Sie den Faden durch die Mühle
gleiten und hängen Sie unten in eine Schlaufe das Gewicht ein. Klappen Sie an
allen vier Nadeln die Zungen nach unten und nehmen Sie dann die Mühle in die
linke Hand. Mit den letzten Fingern müssen Sie zunächst den Faden festhalten,
damit ihn das Gewicht nicht durch die Mühle zieht. Nun drehen Sie langsam die
Kurbel solange im Uhrzeigersinn, bis die erste Nadel den Faden gefasst hat.
Heben Sie dann den Faden hinter die zweite Nadel, d. h. diese Nadel muss beim
ersten Durchgang übersprungen werden; beim immer noch langsamen Weiterdrehen
fasst dann die dritte Nadel, dann die vierte und wieder die erste usw. den
Faden. Ab hier können Sie schneller drehen und das Gewicht ziehen lassen.
Damit der Faden immer ganz leicht aus dem Wollknäuel läuft, lassen Sie ihn aus
der Mitte kommen. Jetzt wird fleißig gedreht, damit Sie meterlange bunte
Wollkordeln zusammenbekommen.
Ein kleiner Tipp: Wenn ein Wollknäuel verarbeitet ist oder wenn Sie mehrfarbige
Schläuche stricken wollen, knoten Sie den Faden einfach an und schneiden die
Enden sauber ab. Dadurch ersparen Sie sich hinterher das lästige Vernähen.
Wenn der Knoten anschließend an den Fadenführer kommt, geben Sie acht, dass er
nicht hängen bleibt. Sie drehen eben an dieser Stelle etwas langsamer. Es läuft
ein fertig versäuberter Schlauch aus der Mühle.
Haben Sie genügend Kordel gestrickt, schneiden Sie den Faden vor dem Fadenführer
ab und stricken weiter, bis das Fadenende durchgelaufen ist. Das Gestrick wirft
sich dann von selbst ab. Die offenen Maschen werden anschließend von einer Häkelnadel
aufgenommen und das Fadenende wird durchgezogen. Somit ist der Strickschlauch
verschlossen und kann sich nicht mehr auftrennen.
Eine beliebte Verarbeitungsform dieser Strickschläuche ist die Schneckenform,
denn daraus lassen sich sehr schön Dinge herstellen.
Und so wird die Schneckenform zusammengenäht:
Sie nähen nur auf einer Seite, somit sieht man rechts keinen Nahtstich. Die
Kordel liegt locker im Kreis, dann nehmen Sie zwei Maschenglieder der Vorreihe
und zwei Maschenglieder der darauffolgenden Reihe zusammen. Damit die Arbeit
auch auf der Rückseite sauber aussieht, wird farbgleich zusammengenäht.
Bei einem bunten Schlauch wählt man zum
Nähen den Faden der Farbe, die am häufigsten
vertreten ist. Die fertiggearbeiteten Strickschlauch-Schnecken legen Sie in Form
aneinander. An den Berührungspunkten werden sie dann auf der linken Seite
verbunden.
Was Sie sonst noch alles mit der Strickmühle herstellen können, finden Sie in
den Strickideen.