Patentmuster |
Die Patentstrickerei
ist eine sehr beliebte Strickart und patente Muster zeigen in jeder Art viel
„Profil“. Und sie sind, hat man einmal den Dreh heraus, sehr einfach zu
stricken.
Bei dieser Technik bildet man zusätzlich zu der gestrickten Maschen Umschläge, die dann auf verschiedene Weise mit den Maschen zusammen zu stricken sind. Dadurch ergibt sich die plastische Struktur und außerdem sind die Muster sehr elastisch. Weiche, flauschige Mohairwolle oder reine Schurwolle ist besonders für wärmende Pullover und Jacken geeignet und wird der extrem großen Dehnfähigkeit eines Patentgestricks am ehesten gerecht.
Winterliche Accessoires wie Mützen, Schals
oder Handschuhe lassen sich hervorragend mit diesen Mustern arbeiten. Aber
bedenken Sie, dass für eine Jacke oder einen Pullover im Patentmuster im
Vergleich zu glatt rechten Teilen etwa 30 bis 50 Prozent mehr Garn verbrauchen.
Achten Sie deshalb schon beim Garnkauf auf „leichte", nicht zu fest
gedrehte Garne. Auch Wolle und Wollmischungen sind leichter als Baumwollgarne.
Bei Baumwolle wird auch ein glatt rechts gestrickter Pulli relativ schwer. Je
schwerer ein Pullover, um so mehr „wächst" er später! Auf den
Garnbanderolen sind meistens Nadelstärken empfohlen, z. B. Nadelstärke 3 bis
4. Da sich Patentgestricktes beim Tragen und Waschen sehr dehnt — Vollpatent
in der Breite, Halbpatent mehr in der Länge -sollten Sie diese Muster relativ
fest stricken und auf keinen Fall die größte angegebene Nadelstärke verwenden.
Wenn Sie normalerweise locker stricken, reicht in diesem Fall Nadelstärke 3;
wenn Sie fester stricken, auch Nadelstärke 3 l/2.
Aus dem gleichen
Grund muß die Maschenprobe leicht gedehnt gemessen werden, damit die Modelle später
nicht zu groß werden. Bitte beachten Sie unbedingt beim Auszählen der
Maschenprobe, dass im Maschenbild nur jede 2. Reihe erscheint! Lassen Sie sich
von sehr klein aussehenden Strickteilen nicht irritieren — erst nach dem
Spannen oder Waschen haben die Teile die gewünschte Größe. Patentgestricktes
darf auf keinen Fall gedämpft werden, sondern mit einem feuchten Schwamm
gleichmäßig anfreuchten und gespannt trocknen lassen. Aber am Ende
lohnen sich der Aufwand und die Mehrkosten auf jeden Fall, denn Patentmuster
haben einfach eine tolle Wirkung.
Die Maschen sollten Sie möglichst immer nach der italienischen Methode anschlagen und den Anschlag sehr locker stricken. Die Seitenkanten, die zusammengenäht werden, sollten Sie mit dem Schweizer Rand stricken. Die Randmaschen müssen bei Patentmustern besonders fest gestrickt werden. Am besten eignet sich hier der links gestrickte Knötchenrand, bei dem die Randmaschen in jeder Reihe links gestrickt und dabei fest angezogen werden. Bei Kanten, die später nicht in Nähten verschwinden, wie bei Schals oder den vorderen Jackenkanten, sieht der patente Rand am schönsten aus. Achten Sie außerdem darauf, daß auf der Vorderseite neben den Randmaschen jeweils eine linke Masche ist. Nur dann können Sie die Nähte später im Matratzenstich schließen, was zur Folge hat, daß Sie bei Voll-und Halbpatent eine ungerade Maschenzahl anschlagen und schon beim Bündchen darauf achten müssen, daß in der ersten Rückreihe neben der Randmasche eine Masche rechts gestrickt wird. Abgekettet werden Patentmuster im Maschenrhythmus, d. h. bei Voll- und Halbpatent stricken Sie je l Masche rechts und links im Wechsel. Besonders bei den Schulternähten sollten Sie fest arbeiten, damit sie sich nicht zu sehr dehnen können. Statt Abketten können Sie die Maschen auch fest abhäkeln oder zusammenstricken. Voll- und Halbpatent können statt mit Umschlägen auch mit tiefer eingestochenen Maschen gearbeitet werden. Das erscheint manchen Strickerinnen einfacher, doch wird das Gestrick dabei viel lockerer, da sich dann eine ganze Masche auflöst. Meist sieht das fertige Teil auch ungleichmäßiger gestrickt aus - und schneller geht es auch nicht! Außerdem lösen sich die Maschen bei einigen Garnen, wie z. B. Noppen- oder Bouclegarn, nicht unbedingt von allein auf.
Ist Ihnen ein Fehler unterlaufen, dann sollten Sie die Reihen nicht auftrennen, sondern Masche für Masche bis zum Fehler zurückstricken. Liegt die fehlerhafte Stelle einige Reihen tiefer, dann wird eine Reihe weniger als notwendig aufgetrennt und dann wie beschrieben bis zum Fehler zurückstricken.
| Vollpatent Anleitung für das Stricken mit Umschlägen Ungerade Maschenzahl. | |
| 1 R (Rückr): Randm, *
l M re, l M mit l U li abheben *, l M re, Randm. 2. R (Hinr): Randm, * l M mit l U li abheben, die folgende M mit dem U re zus-str *, l M mit l U li abheben, Randm. 3. R: Randm, * die M mit dem U re zus-str, l M mit l U li abheben *, die M mit dem U re zus-str, Randm. Die 2. und 3. Reihe stets wiederholen |
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| Anleitung für das Stricken mit tiefer eingestochenen Maschen | |
| 1. R (Rückr):
Zwischen den Randrr alle M re str. 2. R (Hinr): Randm, * l M re, bei der folgenden M 1 R tiefer in die M der Vorreihe einstechen und re abstricken (die M darüber löst sich auf) *, l M re, Randm. 3. R: Randm, * l R tiefer in die M der Vorreihe einstechen ud re abstricken, l M re *, l R tiefer in die M der Vorreihe einstechen und re abstricken, Randm. Die 2. und 3. Reihe stets wiederholen |
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Dieses Muster muß auf Rundstricknadeln
in offenen Reihen gestrickt werden, da immer 2 Hin- und 2 Rückreihen
nacheinander gestrickt werden müssen. Nach dem Stricken der 1. Hinreihe
schieben Sie die Maschen von der linken Nadelspitze zurück an die rechte und
stricken die 2. Hinreihe. Danach die 1. Rückreihe, usw. Damit die Randmaschen
auch bei diesem Muster fest werden, werden sie in den ungeraden Reihen immer
links, in den geraden Reihen immer rechts gestrickt, d. h. als Beispiel, daß
alle weißen Randmaschen links, alle ockerfarbenen Randmaschen rechts
gestrickt werden.Wenn Sie das Muster wie hier beschrieben stricken, ist die
ockerfarbene Seite vorn. Sie benötigen eine ungerade Maschenzahl.
Eine völlig andere Struktur zeigen verschränkt gestrickte Patentmaschen. Sie brauchen dafür eine gerade Maschenzahl
1. R (Rückr): Randm, * l M mit l U li abheben, l M re *,
Randm. Doppeltes Patentmuster |
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Sehr markant ist auch dieses Muster,
bei dem der Umschlag jeweils mit 2 Maschen rechts zusammengestrickt wird. Die
Zeichnung verdeutlicht, wie die Umschläge und Maschen verstrickt werden. Die
Maschenzahl muß teilbar sein durch 4 + 2 + 2 Randmaschen. |
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Halbpatent
Halbpatent wird, wie der Name schon sagt, nur zur Hälfte im Patent gestrickt. Dieses Muster sieht auf einer Seite glatt, fast genauso wie beim Vollpatent aus. Auf der anderen Seite wirkt das Muster „kraus"; das ist die Seite, die mit dem Umschlag gearbeitet wird. Sie müssen also schon zu Beginn des Musters entscheiden, welches Ihre rechte Seite ist. Bei den klassischen Troyern z. B. ist die krause Seite außen. Achten Sie auch hier darauf, daß neben der Randmasche eine linke Masche
gestrickt wird. Sie benötigen wieder eine ungerade Maschenzahl. Bei der
folgenden Strickart ist die glatte, patente Seite außen. |
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Diese 2 Reihen stets wiederholen. |
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Für eine „krause" Außenseitestricken Sie wie folgt: |
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1. R (Hinr): Randm, * l M mit l U li abheben, l M re *, l M mit l U li abheben, Randm. |
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2. R (Rückr): Randm, * die M mit dem U re zus-str, l M li *, die M mit dem U re zus-str, Randm. Diese 2 Reihen stets wiederholen. |
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Natürlich können Sie auch dieses Muster mit tiefer eingestochenen Maschen arbeiten. Hier stricken Sie dann auf der krausen Seite alle Maschen rechts, auf der glatten Seite wird abwechselnd l Masche links gestrickt und l Masche tiefer eingestochen und rechts abgestrickt.
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Dreier-Patent
Drei rechte Patentmaschen und eine linke Patentmasche sind hier im Wechsel gestrickt. Dafür werden jeweils die 1. und die 3. rechte Patentmasche in den Hinreihen mit dem Umschlag zusammengestrickt, für die 2. rechte Patentmasche wird der Umschlag in den Hinreihen gearbeitet, in den Rückreihen wird die Masche mit dem Umschlag links zusammengestrickt. Von der Rückseite sieht dieses Muster wie gewebt aus. Die rechten Patentmaschen können Sie im gleichen Prinzip auch auf 5, 7 oder mehr Maschen erweitern, so daß auf der Rückseite die Rippen im immer breiteren Abstand erscheinen. Für das Dreier-Patent muß die Maschenzahl teilbar sein
durch 4+1 + 2 Randmaschen. Falsches Patentmuster |
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Dieses Muster gehört im Grunde zu den Strukturmustern und nicht zu den Patentmustern, da es weder mit Umschlägen noch mit tiefer eingestochenen Maschen gearbeitet wird. Doch ist es unter diesem Namen bekannt und sehr beliebt für rustikale Pullover und Jacken sowie für Schals, da es, wie Vollpatent, von beiden Seiten gleich aussieht. Die Maschenzahl ist teilbar durch 4 + 3 + 2 Randmaschen. |
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Netzpatent
Sehr beliebt ist auch das Netzpatent, das fast nur mit rechten Maschen gearbeitet wird. Das Muster wird nach jeweils 2 Reihen versetzt, es müssen also immer 4 Reihen wiederholt werden. Die Umschläge werden in den Rückreihen gearbeitet und erst in der nächsten Rückreihe mit der entsprechenden Masche rechts zusammengestrickt. Dieses Muster wird mit einer geraden Maschenzahl gestrickt. |
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1. R (Rückr): Randm, * l M mit l U li abheben, l M re *, Randm« |
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2* R (Hinr): Randm, * 2 M re, den U der Vorreihe wieder li abheben *, Randm.3. R: Randm, * l M mit dem U re zus-str, die folgende M mit l U li abheben *, Randm. |
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4. R: Randm, * l M re, den U der Vorreihe wieder li abheben, l M re *, Randm. |
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5. R: Randm, * l M mit l U li abheben, die folgende M mit dem U re zus-str *, Randm. |
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Die 2. bis 5. Reihe stets wiederholen. |
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Das zweifarbige Netzpatent wird genauso wie das einfarbige gearbeitet, jedoch werden immer je 2 Reihen in einer Farbe im Wechsel gestrickt. Mit der neuen Farbe immer in einer Rückreihe beginnen Netzpatent: In der 1. Rückreihe wird jede 2. Masche mit einem Umschlag wie zum Linksstricken abgehoben. In den Hinreihen stricken Sie die Masche, die sich etwas unter dem Umschlag versteckt, rechts und heben den Umschlag wie zum Linksstricken ab. Dann stricken Sie auch die folgende Masche rechts.In allen folgenden Rückreihen stricken Sie die Maschen mit dem Umschlag rechts zusammen und heben die dazwischenliegenden Maschen mit einem Umschlag wie zum Linksstricken ab. |
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Patente Maschen mit Umschlag Wenn Sie eine Masche mit einem Umschlag abheben, liegt der Faden zunächst vor der Arbeit. Sie stechen dann mit der rechten Nadel wie zum Linksstricken in die folgende Masche ein, heben sie ab und führen dabei den Faden hinter die Arbeit. Wenn Sie im Vollpatent arbeiten, stricken Sie die folgende rechte Masche mit dem Umschlag der Vorreihe rechts zusammen; wenn Sie im Halbpatent arbeiten, stricken Sie die Masche rechts. Tiefer eingestochene Masche |
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Anstelle des Umschlags über der abgehobenen linken Masche können Sie auch einfach eine Masche rechts stricken. In der folgenden Reihe müssen Sie dann eine Reihe tiefer in die Masche der Vorreihe einstechen, die auf dieser Seite links erscheinende Masche löst sich dabei auf. |
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